25. Januar 2019

Dankeschönfahrt 2018

Wir schippern über die Elster

l_kanal2019_schmal Hospiz Verein Leipzig – Dankeschönfahrt 2018

Dankeschöntag 2018

Am 15. September fand der diesjährige Dankeschöntag statt. Dazu hatte der Hospizverein wie jedes Jahr alle ehrenamtlichen Hospizbegleiter eingeladen. Treffpunkt war an diesem sonnigen Tag, zu dem sich eine stattliche Anzahl von Ehrenamtlern einfand, das Integrationshotel Philippus in Leipzig-Lindenau. Zunächst saßen wir dort in den beiden Frühstücksräumen gemütlich bei Kaffee bzw. Tee und leckerem Kuchen beisammen und kamen untereinander ins Gespräch. Dann stellte sich uns Frau Marlene Schweiger – die Leiterin der Einrichtung – vor und berichtete Wissenswertes über das Gebäude, das früher einmal das Pfarrhaus der benachbarten Philippuskirche gewesen war. Beide Gebäude, die seit 2002 nicht mehr kirchlich genutzt worden waren, konnten vom Berufsbildungswerk Leipzig (BBW) 2012 übernommen und schrittweise um- und ausgebaut werden. Aus dem ehemaligen Pfarrhaus wurde ein Hotel, in dem Menschen mit und ohne Behinderung seit Mai dieses Jahres arbeiten und in dem Gäste barrierefrei einchecken können.

Das Ganze ist noch in der Anlaufphase, vieles wurde bereits besser den jeweiligen spezifischen Bedürfnissen der Mitarbeiter und Gäste angepasst. Wir waren schnell davon überzeugt, dass hier exakt, hervorragend und zugleich mit viel Herz, Verstand und Verständnis gearbeitet wird.

dsc06364 Hospiz Verein Leipzig – Dankeschönfahrt 2018

Schließlich gingen wir noch, geteilt in zwei Gruppen, durch das Gebäude und sahen z.B. die auf die Bedürfnisse einer sehbehinderten Mitarbeiterin abgestimmte Rezeption, einen Tagungsraum, den historischen Saal sowie ein rollstuhlgerechtes Hotelzimmer. Durch eine Glastür gelangten wir in das sich direkt anschließende Kirchengebäude, das noch durch reinen Jugendstil geprägt und dadurch sehr beeindruckend ist. Hier hörten wir den Ausführungen von Herrn Menz, eines weiteren leitenden Mitarbeiters zu, dem besonders dieses Gebäude am Herzen liegt. Die Baugerüste sind bereits gefallen, aber es wird noch fleißig gearbeitet. Dennoch gab es schon in allen Bauphasen regelmäßig qualitativ hoch angesiedelte Konzerte. Jedes Mal musste dafür die z.T. ausgebaute Bestuhlung zurück an Ort und Stelle gebracht und viel Säuberungsarbeit geleistet werden. Der Innenraum ist äußerst behutsam restauriert, bröckelnder Putz stabilisiert worden. Die Elektrik wird derzeit erneuert, die prächtigen Jugendstil-Leuchten aufbereitet und die erstaunlich gut erhaltene Jehmlich-Orgel gereinigt und restauriert. Im Frühjahr 2019 soll die Kirche feierlich eröffnet werden.

Das gesamte Projekt Philippus steht unter dem Motto: Beherbergung – Bewirtung – Botschaft. Unter Botschaft haben wir die schon jetzt wöchentlich stattfindenden Veranstaltungen Mittagsgebet, Abendmahl zur Wochenmitte und Offene Kirche zum Sonntagnachmittag zu verstehen.

Noch lange hätten wir den interessanten Informationen der Mitarbeiter zuhören können, aber auf dem Karl-Heine-Kanal unmittelbar neben dem Hotel warteten zwei Motorboote auf uns. Nach einem etwas abenteuerlichen Einstieg fand jeder einen guten Platz – und los ging es über die Leipziger Gewässer! Zu Beginn fiel uns viel neu Gebautes auf: große Lofts, Gebäude mit geräumigen Eigentumswohnungen und riesigen Balkons mit Blick aufs Wasser, Bootsvereine, Altenheime und noch immer neu entstehende Häuser der Luxusklasse. Auch eine ganze Familie Nutrias ließ sich ohne Scheu von Spaziergängern auf den Stufen der Uferterrassen füttern.

Unsere Fahrt setzte sich auf der Weißen Elster fort. Wir passierten das Palmengartenwehr und bewunderten in einem Seitenarm Richtung Stadthafen herrliche, aufs Feinste restaurierte alte Villen mit Wasserzugang, bewohnt von allerlei gut betuchten Herrschaften.

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Nach etwa einer Stunde setzte uns der Bootsführer direkt auf einer im Wasser sanft schwankenden nachgebildeten Bireme (antikes Groß-Ruderschiff) ab, die zum griechischen Restaurant in der Holbeinstraße gehört. Hier waren bereits zwei große Tische für uns reserviert. Jeder suchte sich aus der reichhaltigen Speisekarte Essen und Getränke aus. Nun saßen wir wieder neu gemischt beieinander, lernten z.T. neue Gesichter kennen und führten angeregte Gespräche bei griechischem Wein oder anderen Getränken. Natürlich gab es vom Haus auch den obligatorischen Ouzo, und vor manchem standen dann schon mal mehrere Schnäpse, da auch Autofahrer unter uns waren. Dann kam das Essen, und jeder Teller mit den unterschiedlichsten kulinarischen Genüssen wurde zuerst neugierig beäugt und dann mit bestem Appetit geleert.

Der Abend endete offiziell gegen 22.00 Uhr. Da ich erst seit diesem Jahr mit der ehrenamtlichen Begleitung begonnen habe, war es für mich der erste Dankeschöntag, und es hat mir außer vielen neuen Kontakten und Wissenswertem viel Freude und Anregungen gebracht.

Monika Mucke

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